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Der Stukkateur – Eine aussterbende Handwerkskunst? [Teil 2]

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zum 1. Teil

Vorweg sei gesagt das das Folgende nur meine bescheidene Meinung ist und ich nicht den Status erhebe Recht zu haben, denn dafür bin ich schon zu lange aus dem Handwerk raus. Und es liegt mir fern irgendjemanden damit auf die Schuhe treten zu wollen. Mit den Worten Horaz:

„Nec scire fas est omnia“ [Es ist unmöglich, alles zu wissen]

Da leider immer weniger Gelder für fachgerechte Restaurationen durch Privatleute und Kommunen locker gemacht werden, verkommt der Beruf des heutigen modernen Stuckateurs (man beachte die neue Schreibweise) zu einem besseren Trockenbauer oder Wärmedämmers. Denn natürlich ist es billiger eine Trockenwand /- decke vor einer Stuckwand bzw. – decke zu ziehen und mit Styroporleisten (werden fälschlicherweise Styropor-Stuck(?)leisten bezeichnet) als sie fachgerecht zu restaurieren. Auch werden immer weniger alte Fassaden, welche früher reich verziert waren, fachgerecht erneuert, sondern durch Wärmeschutzplatten ersetzt und einfach glatt verputzt. Für die erneute Verzierung der Fassade fehlen vielerorts das Können und natürlich das Geld. Um nicht am Hungertuch zu nagen, mussten sich die neuen Stukkateure der veränderten Aufgabenstellung anpassen.

Es ist sehr Schade für diesen alten und schönen Beruf des Stukkateurs wie ich ihn kenne und erlernt habe, wenn man bedenkt das diese in der Renaissance, im Barock, sowie im Rokoko und Klassizismus in einem Atemzug mit berühmten Künstlern wie Malern (ich meine nicht die heutigen Tapezierer und Anstreicher) und Bildhauern genannt wurden. Berühmte Vertreter dieser Zunft waren die Brüder Casella in der Renaissance, Giovanni Simonetti und Franz Joseph Feuchtmayer im Barock, sowie Franz Xaver Feuchtmayer im Rokoko und viele weitere mehr. Oft waren Stukkateure gleichzeitig Architekten und Bildhauer.

Anmerkung: Die heutige Ausbildung besteht aus zwei Stufen: Nach einer zweijährigen Ausbildung für „Ausbaufacharbeiter/-in“, folgt ein weiteres Ausbildungsjahr mit dem Abschluss „Stuckateur/-in“.

Lesen Sie weiter im 3. und letzten Teil von „Der Stukkateur – Eine aussterbende Handwerkskunst?“ .

Weiterführende Informationen

  • In Wort und Schrift (Beispiele):

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