Bau3D

Bauzeichnung – Haus – Bau – Planung und mehr

energieeffizienter-hausbau

Möglichkeiten der energieeffizienten Baufinanzierung

| Keine Kommentare

Mit Inkrafttreten der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) im Mai 2014 wurden die energetischen Anforderungen an Bestandsund Neubauten erneut verschärft. Immobilienbesitzer und Bauherren müssen Sanierungsmaßnahmen bzw. den Hausbau so planen, dass sie den in der EnEV 2014 vorgeschriebenen Energiestandards genügen. Allerdings gibt es eine Reihe staatlicher Fördermöglichkeiten für die energieeffiziente Baufinanzierung, sodass die Kosten deutlich reduziert werden können. Darüber hinaus sieht die neue EnEV vor, dass für Neu- und Bestandsbauten ein Energieausweis vorliegen muss.

Energieeffizient Bauen – Förderprogramm der KfW

Bauherren, die einen energieeffizienten Neubau planen oder ein energieeffizientes Wohngebäude erwerben wollen, können das Förderprogramm „Energieeffizient Bauen“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch nehmen. Voraussetzung hierfür ist, dass der Neubau oder Ersterwerb dem Standard eines KfW-Effizienzhauses 70, 55 bzw. 40 oder eines vergleichbaren Passivhauses entspricht. Wird der Förderantrag bewilligt, erhalten Bauherren zinsvergünstigte Darlehen mit einer tilgungsfreien Anlaufphase. Darüber hinaus kann bei KfW-Effizienzhäusern 55 und 40 ein Tilgungszuschuss beantragt werden. Je nach realisiertem energetischem Niveau werden bis zu 10 Prozent des Darlehensbetrags erlassen. Der Finanzierungsanteil beträgt bis zu 100 Prozent der Baukosten ohne Grundstück (Bauwerkskosten), höchstens jedoch 50.000 Euro je Wohneinheit.

Energieeffiziente Baufinanzierung für Modernisierungsmaßnahmen

Auch Wohnungs- und Hauseigentümer, die eine Sanierung auf KfW-Effizienzhausniveau oder energieeffiziente Einzelmaßnahmen planen, können von zinsgünstigen Darlehen bzw. Zuschüssen der KfW profitieren – mit dem Förderprogramm „Energieeffizient Sanieren“. Zu den förderfähigen Einzelmaßnahmen zählen:

  • die Wärmdämmung von Dachflächen, Wänden, Geschoss- und Kellerdecken,
  • die Erneuerung von Außentüren und Fenstern,
  • die Optimierung oder Erneuerung der Heizungsanlage sowie
  • der Einbau oder die Erneuerung einer Lüftungsanlage.

Bei der Kreditvariante werden bis zu 100 Prozent der förderfähigen Investitionskosten mit zinsgünstigen Darlehen gefördert. Bei Einzelmaßnahmen ist der Finanzierungsanteil auf 50.000 Euro je Wohneinheit begrenzt, bei einem KfW-Effizienzhaus auf 75.000 Euro. Darüber hinaus kann ein Tilgungszuschuss beantragt werden, der sich in Abhängigkeit vom realisierten Effizienzhausstandard auf bis zu 17,5 Prozent der Kreditsumme beläuft. Des Weiteren können Hausbesitzer einen Investitionszuschuss für energieeffizientes Sanieren von bis zu 18.750 Euro pro Wohneinheit beantragen. Die beiden KfW-Förderprogramme können nicht für Umschuldungen bestehender Darlehen oder die Nachfinanzierung bereits begonnener Projekte genutzt werden. Weiterführende Informationen zu den jeweiligen Förderkonditionen erhalten Bauherren und Immobilienbesitzer auf der Internetseite der KfW.

Umstellung auf regenerative Stromerzeugung

Im Gegensatz zu fossilen Energieträgern beruhen erneuerbare Energien wie Solarenergie, Windenergie, Bioenergie, Geothermie und Wasserkraft auf natürlichen Ressourcen und damit auf nahezu unerschöpflichen Quellen. Neben der Wärme- und Kraftstoffproduktion können erneuerbare Energien auch zur Stromerzeugung eingesetzt werden. Bauherren oder Hausbesitzer, die sich für die Installation einer Anlage zur Stromproduktion aus erneuerbaren Energien entscheiden, können mit dem KfW-Förderprogramm „Erneuerbare Energien“ ebenfalls von zinsgünstigen Darlehen profitieren. Voraussetzung ist jedoch, dass ein Teil des erzeugten Ökostroms in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Gefördert werden bis zu 100 Prozent der Investitionskosten, höchstens jedoch 25 Millionen Euro je Vorhaben. Werden solarthermische Anlagen zur privaten Selbstnutzung installiert, kommen wiederum die Förderprodukte „Energieeffizient Bauen“ bzw. „Energieeffizient Sanieren“ in Frage. Zusätzlich kann die Fördermöglichkeit des Marktanreizprogramms des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) genutzt werden.

KfW-Förderung mit weiteren Programmen kombinieren

Im Rahmen des Marktanreizprogramms des BAFA werden Maßnahmen gefördert, die der Nutzung von erneuerbaren Energien im Wärmemarkt dienen. Hausbesitzer, die ihre Heizung auf den Betrieb mit erneuerbaren Energien umstellen, können von attraktiven Investitionszuschüssen profitieren. Als förderfähig gelten Biomasseanlagen, Solarthermieanlagen und Wärmepumpen. Die Höhe des jeweiligen Zuschusses variiert in Abhängigkeit von der Größe und Ausstattung der Heizungsanlage. Erfüllt die Heizungsanlage zusätzliche Anforderungen, können weitere Bonusförderbeträge, beispielsweise Kesseltauschbonus, Regenerativer Kombinationsbonus oder Wärmenetzbonus, beantragt werden.

EnEV sieht Energieausweis für Neubauten zwingend vor

Haben Bauherren den Neubau abgeschlossen, müssen sie sich einen Energieausweis gemäß der Energieeinsparvorordnung ausstellen lassen, der auf den energetischen Eigenschaften des Gebäudes basiert. Der Energieausweis dient der Information und soll einen überschlägigen Vergleich verschiedener Immobilienobjekte ermöglichen. Dabei kann die energetische Beschaffenheit des Gebäudes entweder durch die Analyse des Energieverbrauchs (Energieverbrauchsausweis) oder durch die Berechnung des Energiebedarfs (Energiebedarfsausweis) ermittelt werden. Mit der Novellierung der Energieeinsparverordnung, die am 1. Mai 2014 in Kraft getreten ist, wurden die Bedingungen erneut verschärft. So ist beispielsweise bei einem Verkauf der Energieausweis potenziellen Kunden bereits bei der Besichtigung des betreffenden Gebäudes vorzulegen. Bauherren können den bauvorlageberechtigten Planer, den planenden Architekten oder einen sonstigen berechtigten Fachmann mit der Ausstellung des Energieausweises beauftragen.

Weiterführende Informationen

Hausbau mit energieeffizienter Baufinanzierung – © Marco2811 / Fotolia.com

– Anzeige –

Artikel weiterempfehlen

Caroline Scherr

Autor: Caroline Scherr

Caroline Scherr lebt in Berlin und arbeitet als Redakteurin des Finanzdienstleisters Dr. Klein und des Online Finanzportals vergleich.de und berichtet regelmäßig über die Geschehnisse der Finanzwelt. Unter anderem betreut sie die dazu gehörenden Finanz-Blogs. Zuvor war sie fünf Jahre im Finanzfernsehen tätig, zuletzt für zwei Jahre als TV-Korrespondentin und Kolumnistin in New York. Privat interessiert sie sich besonders für Film und Literatur und erkundet regelmäßig das Berliner Umland.

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.