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Unfallschutz

Unfallprävention durch Sicherheitsschuhe und Sicherheitsstiefel

Viele Berufe verlangen das Tragen von speziellen Arbeitsschutzschuhen, die entsprechenden Spezifikationen und Anforderungen genügen müssen. Daher gibt es, je nach Einsatzgebiet und beruflichen Anforderungen, Sicherheitsschuhe und –stiefel in vielen verschiedenen Ausführungen.

Was sind Sicherheitsschuhe?

Sicherheitsschuhe bieten den Füßen des Trägers Schutz. Im vorderen Teil ist eine robuste Kappe, die aus Kunststoff, Stahl, Aluminium oder Titan gefertigt sein kann und so die Zehen vor Stößen und Schlägen schützt. Je nach Einsatzgebiet muss das oben genannte Material gewählt werden. In der Regel sind Sicherheitsschuhe aus strapazierfähigem Leder gefertigt, aber auch spezielle Textilien kommen zum Einsatz. In bestimmten Berufsgruppen muss die Sohle besonders ausgelegt sein, zum Beispiel antistatisch oder rutschfest. Auch die Höhe des Schaftes ist unterschiedlich.
Neben der Einteilung in verschiedenen Sicherheitsklassen sind sie auch noch in Ausführungen für Damen und Herren oder Jugendliche oder als Halbschuh oder Sandale erhältlich. Aktuell werden allerdings warme Sicherheitsstiefel für die kalte Jahreszeit benötigt. Bei Temperaturen unter Null sollte dringend darauf geachtet werden, dass der Schuh ausreichend warm hält.

Anforderungen von Sicherheitsschuhen

Die Sicherheitsklassen unterscheiden sich in den Anforderungen für besondere Einsätze:

  • Sicherheitsklasse SB – benzin- und ölresistente Sohle
  • Sicherheitsklasse S1 – antistatische Ausrüstung, benzin- und ölresistente Sohle, Energieaufnahme im Fersenbereich
  • Sicherheitsklasse S1P – antistatische Ausrüstung, benzin- und ölresistente Sohle, Energieaufnahme im Fersenbereich, Durchtrittsicherheit
  • Sicherheitsklasse S2 – antistatische Ausrüstung, benzin- und ölresistente Sohle, Energieaufnahme im Fersenbereich, Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme des Schaftes
  • Sicherheitsklasse S3 – antistatische Ausrüstung, benzin- und ölresistente Sohle, Energieaufnahme im Fersenbereich, Durchtrittsicherheit, Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme des Schaftes
  • Sicherheitsklasse S4 – antistatische Ausrüstung, benzin- und ölresistente Sohle, Energieaufnahme im Fersenbereich, wasserabweisend
  • Sicherheitsklasse S5 – antistatische Ausrüstung, benzin- und ölresistente Sohle, Energieaufnahme im Fersenbereich, Durchtrittsicherheit, wasserabweisend

Dabei sind die Sicherheitsklassen SB bis S3 Halbschuhe oder Kurzstiefel und S4 und S5 Sicherheitsgummistiefel.

Sicherheitsschuhe sollten die Gefahren von mechanischer Einwirkung, Einklemmen, die Einwirkung von Elektrizität, eine elektrostatische Aufladung, thermische sowie chemische Einwirkungen vermindern oder verhindern.

Arbeitsschuhe werden unterschieden in Sicherheitsschuhe (S), Berufsschuhe (O) und Schutzschuhe (P). Sicherheitsschuhe verfügen immer über einen Zehenschutz, der einer Belastung von mindestens 200 Joule problemlos standhalten muss. Der Unterschied von Berufsschuhen zu Sicherheits- und Schutzschuhen ist die fest vernähte Zehenschutzkappe.

Worauf ist beim Kauf zu achten?

Das wohl wichtigste Kaufkriterium gilt der Wahl der richtigen Sicherheitsklasse. Zugleich müssen Größe und Passform stimmen. Auch das Gewicht und die Verarbeitung der Schuhe, die Polsterung und eventuelle Wärmeentwicklung im Schuhinneren sowie die Schuhform sind zu beachten.
Da die Schuhe gewöhnlich während des kompletten Arbeitstages getragen werden, sollte der Käufer darauf achten, dass der Schuh leicht ist. Hilfreich ist es daher, den Schuh entweder persönlich anzuprobieren oder beim Online-Kauf auf die Gewichtsangabe des Herstellers zu achten.

Welche Modelle gibt es?

Die Unfallverhütungsvorschriften, denen die Arbeitnehmer Folge zu leisten haben, schreiben vor, ob Sicherheitsschuhe zu tragen sind und welchen Anforderungen sie genügen müssen. Insbesondere für Berufsgruppen in der Industrie und im Bauwesen, sowie im Landschafts- und Gartenbau, Tischler und Schreiner, Heizung und Sanitär, Feuerwehr und THW, Lager, Küchenpersonal, Rettungsdienste und Forstwirtschaft verlangen wegen einer besonderen Gefährdung für die Füße das Tragen von speziellen Arbeitssicherheitsschuhen, deren Sicherheitsklasse der ausgeübten Tätigkeit entsprechen muss.
Sie gelten als persönliche Schutzausrüstung und werden in der Norm EN ISO 20345 genau definiert. Aber auch die Rutschsicherheit der Sohlen ist mit entsprechenden Kennzeichnungen spezifiziert. In der EN ISO 20345:2004/A1:2007 und nach dem Prüfverfahren EN 13287:2004 gibt es nachfolgende Einteilungen:

  • SRA – Sohle ist rutschhemmend auf Keramik in Verbindung mit Wasser und Reinigungsmittel
  • SRB – Sohle ist rutschhemmend auf Stahl in Verbindung mit Glycerin
  • SRC – Sohlen erfüllen die Bedingungen SRA und SRB gleichzeitig

Die Zeiten, in denen Sicherheitsschuhe unbequem, klobig und unansehnlich waren, sind zum Glück schon lange vorbei. Heute sind diese modisch, bequem, leicht und ähneln im Aussehen manchmal sogar Turnschuhen.

Weiterführende Informationen

Mit Versicherungen vor Schäden schützen

Bildnachweis: Flickr, BY-SA © dvanzuijlekom

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