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Brandschutz – Brandverhalten einzelner Baustoffe [Teil 2]

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Fortsetzung von Teil 1

Aluminium

Aluminium ist das am meisten verwendete NEMetall (NichtEisenmetall) im Ausbau von Bauwerken. Obwohl dieses Metall selbst nicht brennbar ist (A1), geht doch auch eine gewisse Gefahr im Brandfall von ihm aus. Seine Wärmeleitfähigkeit ist Λ = 200 W/mK, das bedeutet sie ist mehr als 3 mal so hoch wie bei Stahl und vor allem der Schmelzpunkt mit bereits 660 °C ist nicht unbedenklich. Die Wärmeausdehnung ist doppelt so groß wie bei Stahl (αT = 0,000024 m/m° C).
Ein brandschutztechnischer Vorteil des Aluminiums liegt darin, dass dieses Metall oft keine statische Aufgabe übernehmen muss, sondern für Fenster, Türen, Geländer und Beschläge, also im Innenausbau verwendet wird. Aufgrund der niedrigen Schmelztemperatur geht von diesem Metall allerdings die Gefahr aus, dass das flüssige Metall tropft und dadurch den Brand in darunterliegende Geschosse trägt und dadurch die Brandbekämpfung erschwert.

Glas

Glas selbst ist auf Grund der Rohstoffzusammensetzung (Quarz SiO²; Soda Na²CO³; Kalkstein CaCO³) ein nichtbrennbarer Stoff (A1). Glas hat aber folgende brandschutztechnische Nachteile:

  • ist ein spröder Werkstoff = springt schnell
  • wird in dünnen Schichten eingebaut (4 mm bis 6 mm)
  • hat eine Wärmeausdehnung von αT = 0,000009 m/mK, die ausreicht um den spröden Stoff in dieser Schichtdicke zu Bruch gehen zu lassen → Spannungen im Fensterrahmen
  • ist lichtdurchlässig und daher auch durchlässig für die Wärmestrahlen → ein Gesamtenergiedurchlassgrad von 0,8 bedeutet, dass 80 % der an der Scheibe ankommenden Energie (vorwiegend in Form von Wärmestrahlung) von der Verglasung durchgelassen wird.

Besondere Brandschuztgläser werden als Zweischichtengläser mit einer transparenten, zwischen den Verbundscheiben angebrachten Folie hergestellt. Im Brandfall schäumt diese Folie und macht die Verglasung dadurch weniger strahlungsdurchlässig und bringt zwischen den Scheiben eine Kühlung.

Kunststoffe

Kunststoffe sind am Bauwerk selbst, aber auch in der Wohnungseinrichtung, ein nicht mehr wegzudenkender Baustoff. Angefangen von Fenstern, Fensterbänken, Fußbodenbelägen (PVC, Teppichböden), Deckenverkleidung, Schalldämmstoffen, Wärmedämmstoffen, Schallschluckmaterial, Wasserleitungen, Abwasserleitungen, Rohrisolierungen, Elektroleitungen, Vorhängen, Dachdeckungsmaterial bis hin zu Geräten, Möbeln, letztendlich bis zum Kamm und zur Zahnbürste.
Polyvinylchlorid (PVC), Polyethylen (PE), Polyurethan (PUR) bilden die am meisten eingesetzten Kunststoffe an Bauwerken. Kunststoffe haben eine niedrige Schmelztemperatur, tropfen im Brandfall auf Bewohner und Löschpersonal und erschweren so die Löscharbeiten. Kunststoffe gehören daher der Brandschutzklasse B2 oder gar B3 an.
Manche Kunststoffe entwickeln toxische (giftige) Gase, bei PVC verbinden sich die Gase mit dem Löschwasser zu Salzsäure (HCI).

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Ein Kommentar

  1. Die Gefahr von Aluminium hätte ich so nicht eingeschätzt. Das ist eine tolle Zusammenfassung und werde die Artikelserie auch verfolgen. Wann werden die Baustoffe schon bei dem Hausbau berücksichtigt?

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