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Ökologisches Bauen – Baustoffe und ihre Bilanzierung

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Was ist ein ökologischer Baustoff?

Ein ökologischer Baustoff muss außer den erforderlichen bauphysikalischen und ästhetischen Eigenschaften auch ökologisch und gesundheitlich unbedenklich sein. Er darf weder im Herstellungsprozess, beim Einbau, der Verarbeitung noch im Gebrauchszustand durch Schadstoffe, Ausgasungen, schädigenden Strahlen oder Stäube, Menschen oder Umwelt belasten. Darüber hinaus muss die eingesetzte Energie zur Herstellung (Energiebilanz) möglichst gering sein.
Der Verbrauch von Rohstoffen für die Herstellung von Baustoffen muss so erfolgen, dass die Erneuerung des Rohstoffes sichergestellt ist (z. B. heimische Hölzer). Der nicht erneuerbare Stoffverbrauch (z. B. Kies) muss gering gehalten werden. Weitere Beurteilungskriterien sind die Wiederverwertbarkeit von Baustoffen, z. B. Beton, und die unproblematische Abfallbeseitigung. Um einen Baustoff nach diesen Gesichtspunkten beurteilen zu können, bedient man sich zweier Systeme:

Ökologische Gesamtbilanzierung (=Ökobilanz) oder alternativ Produktlinienanalyse (PLA)

Ökologische Bilanzierung

Die ökologische Bilanzierung unterteilt sich in der Baustoffbeurteilung in unterschiedliche Bereiche. Bei der Bewertung wird besonderer Wert auf die Inhaltsstoffe und ihre Wirkung auf die Bewohner gelegt.
Die Bewertungskriterien der ökologischen Bilanzierung sind:

Rohstoffgewinnung

  • Ressourcenmenge
  • Regenerierbarkeit
  • Flächenverbrauch
  • Veränderung von Ökosystemen
  • Beeinträchtigung von Boden-, Wasser- und Luftqualität
  • Verhältnis Rohstoffmenge zu Abfallmenge

Produktion

  • Energieeinsatz
  • Stoffeinsatz
  • Schadstoffemission
  • CO²-Emission
  • Beeinträchtigungen von Biomedien (Flora und Fauna) und Ökosystemen (siehe Was ist ein Ökosystem? von Wald.de)
  • geringer Anteil der Produktionsabfälle
  • Abwasserbelastung

Transport/Vertrieb

  • Transportmittel
  • geringer Energieaufwand
  • geringer Verpackungsaufwand
  • Transportverluste
  • Flächenbedarf und –verbrauch für Zwischenlagerung
  • Güterverkehrsemission

Produktanwendung

  • Verarbeitungsverhalten (Emissionen)
  • Ökotoxikologisches Verhalten
  • Humantoxikologisches Verhalten
  • Unfallverhalten
  • Lebensdauer
  • Nutzungshäufigkeit
  • Geringer Nutzungswert
  • Arbeitsschutz
  • Abfall
  • Brandsicherheit
  • Ausgasung
  • Akustik
  • Biologische Restistenz
  • Dampfdiffusion

Wiederverwendung

  • Grad der Wiederverwendbarkeit
  • Sortier-/Trennbarkeit
  • Nicht wiederverwertbarer Abfallanteil
  • Nutzungswert des Recyclingproduktes
  • Form-, Stoffrecycling
  • Stoff- und Energieaufwand zum Recycling
  • Recyclinghäufigkeit

Entsorgung

  • Sortier- und Trennaufwand
  • Energieaufwand
  • Anteil von Problemstoffen
  • Möglichkeit der gezielten Abbaubarkeit
  • Deponiebedarf/Flächenverbrauch
  • Spezielle Deponieanforderung

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Bildnachweis: © Scanrail – Fotolia.com

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