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Jugendstil und Moderne – Baukunst mit Sachlichkeit

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Der Jugendstil

Beim Jugendstil handelt es sich um einen internationalen Stil, der in Wien als Sezessionsstil, in England als modern style, in Frankreich als art nouveau und in Deutschland als Jugendstil aufkam.

Der Jugendstil, der seine Blütezeit in der kurzen Zeitspanne von 1894 – 1914 erlebte, wandte seine Aufmerksamkeit besonders dem Ornament und der Flächendekoration zu. Er ist Ausdruck einer weit verbreiteten geistigen Reformbewegung, die dem Leben mehr Schönheit und Stil verleihen wollte. Der Jugendstil ließ die Nachahmung historischer Vorbilder hinter sich und suchte Anregungen in den Beispielen der Natur, die kunstvoll verfremdet und stilisiert wurden.

Jugendstilfassaden in Kiel

Die Moderne

Parallel zum Jugendstil entwickelten sich weitere bedeutende Kulturbewegungen. Zusammengefasst werden sie als Moderne bezeichnet.
Vertretende Architekturrichtungen waren der Deutsche Werkbund zu Beginn des 19. Jh., der Expressionismus (1910 – 1925), das Bauhaus der 20er und Anfang der 30er Jahre, der Futurismus (Italien 1909), der Konstruktivismus in Russland  (zw. 1920 und 1930) und De Stijl in Holland.

Deutscher Werkbund

Der Deutsche Werkbund mit seinen mehr als 2.000 Mitgliedern, setzte sein Ziel, dem Maschinenzeitalter entsprechende funktionsgerechte Bauten ohne historische Rücksicht und mit modernem Material (Backstein, Beton, Glas, Stahl) zu ermöglichen.

Expressionismus

Diese Architektur geht aus dem Jugendstil heraus. Es sind funktionale Bauten, die den Eindruck abstrakter monumentaler Plastiken machen (Anthroposoph, Rudolf Steiner).

Bauhaus

Hier finden sich klare kubische Blöcke, an den Bauecken keine sichtbaren Träger, gläserne Vorhangfassade.

De Stijl

De Stijl war eine niederländische Maler- und Architektengruppe seit 1917. Die Inneneinrichtung ist bis ins Detail durchgestaltet. Malerische Prinzipien wurden umgesetzt in kubistische Architektur, d. h. jede Fläche entspricht einem Bauglied (Stützen, Fenster, Gelände, Regenrinne, Wand). Die Einzelkörper wurden farbig gefasst (weiß, grau für Flächen, schwarz, gelb rot, blau für Stäbe). Es wurde mit Backstein, Beton und Stahlelementen gebaut.

Le Corbusier

Der Architekt Charles Edouard Jeanneret Gris, auch bekannt als Le Corbusier erstellte bereits 1925 einen 5-Punkte-Plan:

  1. Freistehende Stütze (die sogenannte Pilote)
  2. Freier Plan
  3. Vom Skelett unabhängige Wände
  4. Vorhang- Fassade, breite Fenster
  5. Flachbau mit Dachgarten

Die Moderne – Architektur von Le Corbusier

Brutalismus

Der Begriff „Brutalismus“ wurde zu Beginn der 50er Jahre in England geprägt, um das späte Schaffen des französischen Architekten „Le Corbusier“ zu beschreiben. Die Bezeichnung leitet sich aus dem französischen (beton brut) ab und bedeutet Sichtbeton.

Postmoderne

Die Postmoderne stellt eher eine Reaktion dar als eine klare definierte architektonische Richtung. Sie wendet sich bewusst gegen die Strenge und die monotone Kargheit. Die postmodernen Architekten nutzen auch weiterhin die ihnen zur Verfügung stehenden modernen Baumaterialen, suchen aber gleichzeitig in den verschiedenen Baustilen früherer Epochen nach künstlerischen Anregungen.
Der Rückgriff auf frühere Architekturstile hat dazu geführt, dass heute selbst Zweckbauten wie Supermärkte aussehen können wie Palastbauten und Bürogebäude auf ihre Anregung durch antike Tempelanlagen schließen lassen. Wie ihr Beitrag zur Architekturgeschichte einmal bewertet wird, ist abzuwarten.

Postmoderne Architektur – Staatsgalerie in Stuttgart

Weiterführende Informationen

Bildnachweis: © Ralf Gosch – Fotolia.com (oben), © c – Fotolia.com (mitte), © S.Külcü – Fotolia.com (unten)

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